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DDIV 01_2015

RECHT & STEUERN 52  DDIVaktuell 01 | 15 Der Autor WOLFGANG WAWRO Der seit 1973 selbstständig tätige Steuerberater ist geschäftsführender Gründungsgesellschafter der Wawro Steuerberatungsgesellschaft mbH, Pressesprecher im Steuerberaterver- band Berlin-Brandenburg und seit 2005 ehrenamtlicher Richter beim Landgericht Berlin. www.wawro-online.de  Einkommen- und Lohnsteuer Die Steuererklärung für 2014 ist im Regelfall bis 31.05.2015 abzugeben. Das ist ein Sonn- tag, deshalb gilt hier der 01.06.2015. Die steuerberatenden Berufe haben allgemein eine Verlängerung bis zum Jahresende. Arbeitnehmer, die nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, können 2015 noch rückwirkend bis zum Steuerjahr 2011 eine Veranlagung beantragen.  Steuerklassen ändern Die Wahl der Steuerklasse hat besonders dann große Bedeutung, wenn Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit drohen oder wenn eine Elterngeldphase bevorsteht. Mit der günstigen Steuerklasse III (Verheiratete) oder Steuerklasse II (Alleinstehende mit Kind) kann man für eine höhere Unter- stützung sorgen. Beim Elterngeld ist ein frühzeitiger Wechsel der Steuerklasse (sie- ben Monate vor der Geburt) bedeutsam, weil der Durchschnitt der letzten sieben Monate vor der Entbindung zählt, wobei Steuerliche Neuerungen 2015 Was sich für Arbeitnehmer und Unternehmer zum Jahresanfang ändert und was zu beachten ist. der Mutterschutz vor der Entbindung nicht mitzählt.  Steuerliche Erleichterungen zur besseren Vereinbarkeit von ­Familie und Beruf Für zusätzliche, außergewöhnliche Betreu- ungsleistungen (auch im Privathaushalt im umgrenzten Rahmen) wird ein Freibetrag von 600 Euro im Jahr eingeführt.  Berufsausbildung Im Gegensatz zur Fortbildung können nach der Gesetzeslage Berufsausbil- dungskosten lediglich begrenzt als Son- derausgaben abgesetzt werden. Der Bundesfinanzhof (BFH) hält das Verbot des Werbungskostenabzugs für berufliche Ausbildungskosten für verfassungswidrig. Mit Beschluss vom 17.07.2014 VI R 8/12 hat der BFH diese Frage dem Bundesver- fassungsgericht vorgelegt. Entsprechende Fälle sollten unbedingt offen gehalten werden. Ab 2015 gilt gesetzlich eine neue Defini- tion für eine Erstausbildung, die Mindest- dauer der ersten Berufsausbildung wird auf 12 Monate festgelegt.  Abgeltungsteuer Wegen niedrigster Zinserträge sollten die Freistellungsaufträge bis zu 801 Euro (für Eheleute 1.602 Euro) überprüft und ggfs. auf mehrere Bankinstitute verteilt werden. Gerade bei geringen Einkünften (z. B. bei Rentnern) lässt sich unter Umständen so- gar eine Einkommensteuerveranlagung vermeiden.  Abzug von Kreditzinsen für Geldanlagen Durch die Abgeltungsteuer werden kei- ne Werbungskosten berücksichtigt. Aber evtl. können solche Kreditzinsen abge- setzt werden, wenn der persönliche Steu- ersatz über 25 % liegt. Beim BFH ist ein Verfahren unter dem Az. VIII R 18/14 anhängig.  Die strafbefreiende Selbstanzeige ist nicht abgeschafft! Die Bundesregierung hat ab 2015 die Re- gelungen aber krass verschärft. 2014 gab es deshalb nochmals eine hohe Zahl von Selbstanzeigen bei den Finanzämtern. Ab 2015 gilt: ■■ Absenkung der Grenze auf 25.000 Euro, bis zu der eine Steu- erhinterziehung ohne Zuschlag bei einer Selbstanzeige straffrei bleibt. ■■ Darüber liegende Beträge sind zugleich von der Zahlung eines Zuschlags abhängig: über 25.000 Euro – 10 % über 100.000 Euro – 15 % über 1 Mio. Euro – 20 %. ■■ Hinterzogene Steuern müssen für die vergangenen zehn Jahre erklärt und nachgezahlt werden. ■■ Bedingung wird auch die sofortige Zahlung der Hinterziehungszinsen (6 % p.a.) ■■ Bei bestimmten, nicht erklärten ausländischen Kapitalerträgen beginnt der Fristlauf der steuer- rechtlichen Festsetzungsverjährung erst bei Bekanntwerden der Tat, spätestens zehn Jahre nach dem Hinterziehungsjahr. Eile ist geboten, wenn jemand sich zur Ehrlichkeit bei den Steuern entschieden hat. Nur bevor die Tat entdeckt ist oder damit gerechnet werden muss, kann eine Selbstanzeige strafbefreiend wirken. Es drohen weitere multilaterale Datenaustau- schabkommen. Ab April 2015 wird auch Luxemburg daran teilnehmen.

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