Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

DDIV 01_2015

Generell liegt der Richtwert bei einem halben Quadratmeter. Bei einem Befall größerer Flächen ist eine Fachfirma einzu- schalten. Diese Unternehmen lassen sich leider nur schwer unterscheiden, da es hier keine rechtlichen Vorgaben für deren Qualifikation gibt. In dieser bauhistorisch noch jungen Branche existieren weder Lehrberuf noch Zugangsvoraussetzungen. Nachweise über erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfungen, das Vorhandensein der notwendigen technischen Ausstattung sowie Referenzen können und sollten je- doch trotzdem überprüft werden. Erforderliche Sanierung Grundsatz ist der Ausbau der vom Schim- melpilz befallenen Bauteile. Für die Durch- führung ist ausschlaggebend, in welcher Staubexposition die notwendigen Arbei- ten durchgeführt werden. Diese regelt die Vorschrift BGI 858 der Berufsgenossen- schaft. Das kann im ungünstigsten Falle Maßnahmen mit sich bringen, die an die der Asbestentsorgung erinnern – wie Ab- schottung mit Schwarz/Weiß-Trennung. Das muss aber nicht zwangsläufig sein. Bei staubminimierenden Sanierungsmetho- den können Abstriche bei der Baustellen- einrichtung sowie der Schutzausrüstung gemacht werden. Wichtig bleibt aber das staubminimierte Arbeiten. Filterklasse H ist hier vorgeschrieben. Schwierig wird es, wenn der Befall nicht sichtbar ist. Bei Materialien innerhalb von Bauteilen muss eine Bewertung erfolgen. In der Fachwelt wird diskutiert, welche Schimmelpilzkonzentrationen von Bautei- len zur normalen Hintergrundbelastung gehören und welche problematisch sind. Da es keine gesetzlichen Grenzwerte gibt, ist der Interpretationsspielraum sehr groß. Zum Beispiel kristallisiert sich für Polysty- rol-Dämmschichten (EPS) unter Fußböden ein Schwellenwert von 10000 Keimen pro Gramm heraus. Jedoch sind die Unsicher- heiten groß, und daher werden oft niedri- gere Grenzwerte angenommen. Desinfektion oder Rückbau Während die VDS 3151 Desinfektions- maßnahmen durchaus vorsieht, ist nach Meinung vieler Baubiologen der Rück- bau dieser Konstruktionen alternativlos. In der Folge besteht unter Sanierern und Sachverständigen und nicht zuletzt in Bezug auf die Bewohnbarkeit große Un- sicherheit. Der vom Umweltbundesamt vorgestellte Entwurf zur „Beurteilung von Feuchteschäden in Fußböden“ för- dert diese Unsicherheit in der Fachwelt noch weiter, da hier neue Sichtweisen wie „Kennzeichnungspflicht von belas- teten und versiegelten Konstruktionen“ eingeworfen werden. Luftreinigung und Messung Mit der eigentlichen Schimmelpilzsanie- rung ist es noch nicht getan. Da sich in jedem Gramm Staub bis zu drei Millionen Sporen befinden können, sollte immer eine Feinreinigung erfolgen. Hier kommt das Feuchtwischverfahren für glatte und das Absaugen (H-Sauger) für poröse Flä- chen zur Anwendung. Spezielle Desin- fektionsmittel sind nicht erforderlich, da Sporen mit dem Wasser gebunden wer- den und somit entfernt sind. Dies ist ein Grundsätzlich gilt: Von Schimmelpilz befallenen Bauteile müssen ausgebaut werden. oft unterschätzter Punkt in der Kette der notwendigen Arbeitsschritte. Die anschließende Luftreinigung erfolgt mit speziellen Geräten, die dem Raum- volumen angepasst sein müssen, durch mehrere Lagen Partikelfilter bis hin zum HEPA-Filter. Die Abnahme der Leistung wird durch eine Luftkeimmessung gewährleistet. Durch einen Luftkeimsammler wird eine definierte Luftmenge angesaugt und auf jeweils zwei unterschiedliche Nährböden gebracht. Pro Raum wird eine Messung durchgeführt. Da Schimmelpilzsporen all- gegenwärtig sind und jahreszeitlichen, na- türlichen sowie regionalen Schwankungen unterliegen, wird zur Referenz eine Au- ßenprobe genommen. Nach der Auswer- tung im Labor erhält man ein Ergebnis mit qualitativer (Schimmelpilzart) und quanti- tativer (Menge) Aussage. Das Innenraum- Ergebnis wird mit der Referenzprobe der Außenmessung verglichen. Zur Bewertung kommt der „Schimmelpilzleitfaden“ des Umweltbundesamtes zum Tragen. Wenn die Abschlussmessungen den Vorgaben entsprechen, ist ein hygie- nischer Zustand erreicht, der dem vor dem Schadenereignis entspricht. Die Maßnahme ist damit erfolgreich und gilt als abgenommen. Heizen allein hilft nicht, Feuchtigkeit darf nicht kondensieren.

Seitenübersicht