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DDIV 01_2015

GEBÄUDE & TECHNIK 40  DDIVaktuell 01 | 15 Wohnungseigentümer­gemeinschaften re- levant sein, wenn bereits in moderne Ener- gietechnik investiert wurde und diese nun durch professionelle Betriebsführung ei- nen optimalen Effizienzgrad erzielen soll. Finanzierungs-Contracting Dieses Angebot bezeichnet Vorhaben, bei denen der Contractor eine für die Ener- gieversorgung eines Gebäudes eingesetzte Anlage plant, finanziert und errichtet. Die Betriebs- und Instandhaltungsverantwor- tung liegt anders als beim Energieliefer- und Einspar-Contracting beim Nutzer bzw. Immobilieneigentümer. Abgerechnet wer- den die Kosten für Finanzierung, Planung und Bau der Anlage. Vorteile ergeben sich durch günstigere Bezugsmöglichkeiten der Anlagentechnik und/oder des Brennstoffs. Die Vertragslaufzeiten sind in der Praxis sehr unterschiedlich, abhängig vom Um- fang des Projektes. Ab welcher Größenordnung lohnt sich Contracting? Die Betrachtung jedes Contractingpro- jektes erfolgt individuell und lässt sich nicht pauschalisieren. Als Faustregel lässt sich sagen, dass Contracting in der Regel bei Wohnanlagen ab zehn bis fünfzehn Wohneinheiten (WE) bzw. ab ca. 1000 qm beheizter Fläche infrage kommt. Somit ist Contracting für die meisten Wohnungsei- gentümergemeinschaften eine vorteilhaf- te Alternative zum Eigenbetrieb. Um einen groben Überblick zu erhal- ten, ob eine Contracting-Lösung infrage kommt, hat der Verband für Wärmeliefe- rung e. V. (VfW) einen kostenlosen Con- tractingrechner eingerichtet. Zudem gibt es für Wohnungseigentümergemein- schaften, Immobilienverwalter und an- dere Interessenten die Möglichkeit, eine kostenlose Contractinganfrage an die VfW-Mitgliedsunternehmen zu richte- nen. Weitere Informationen sind unter www.energiecontracting.de zu erhalten. Warum Contracting? 1. Wirtschaftlichkeit Der Contractor ist Profi im Betreiben und Errichten von Energieerzeugungsanlagen. Er verdient sein Geld nicht mit dem Ver- kauf von Brennstoff, sondern im Gegen- teil mit der Energieeinsparung. Das führt dazu, dass Anlagen, die im Contracting laufen, normalerweise wesentlich gerin- gere Verbrauchswerte haben als Anlagen, die unkontrolliert munter vor sich hin ­heizen. 2. Technologie Contractoren befassen sich intensiv mit den modernen Technologien, um eine hohe Wirtschaftlichkeit zu erzielen. Sie ha- ben geschulte Mitarbeiter, die die Anlagen planen, errichten und betreiben. WEGs müssen nicht erst ihren Verwalter zu einer Technikschulung entsenden oder mit di- versen Herstellern fachsimpeln lassen, um die optimale Heizung einzubauen. 3. Gebäudesituation Contracting ist geeignet für Neubau, den Weiterbetrieb einer bestehenden Anlage und bei Modernisierung einer Altanlage. Der Contractor berät je nach Gebäudesi- tuation, und besonders im Bestand hat er, wenn es die Einsparungen hergeben, die Möglichkeit, zu den gleichen Betriebskos- ten wie bisher die Altanlage zu betreiben bzw. die Modernisierung durchzuführen. Rückstellungen für eine neue Heizung müssen nicht mehr gebildet werden. 4. Gesetzgebung Aktuell schreibt die Energieeinsparver- ordnung (EnEV) vor, dass Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, ab 2015 nicht mehr betrieben werden dürfen und gegen mo- derne Heizsysteme ausgetauscht werden müssen. Wo dies für Verunsicherung sorgt, bietet der VfW Unterstützung bei der Su- che nach qualifizierten Unternehmen, zu Verträgen, zur Kalkulation, zur Qualitätssi- cherung und zur Abwicklung an. 5. Entscheidungshilfe Die WEG muss nur eine Entscheidung fällen: Pro Contracting. Sobald der Con- tractor gefunden ist, erhält dieser den Auftrag, nicht eine vorher lang in der WEG diskutierte Anlage zu errichten, sondern das Gebäude mit Energie zu versorgen. Diesen Auftrag nimmt der Contractor an. Wie er das macht, ist sei- ne Sache. Es wird ein Vertrag geschlossen, der die Energielieferung und den Preis umfasst. Mit Details muss sich die WEG nicht auseinandersetzen. Welche speziellen Anforderungen gelten bei der Umstellung auf Contracting? Wohnungseigentümergemeinschaften können ihre internen Angelegenheiten durch Beschlüsse oder Vereinbarungen regeln. Eine Vereinbarung ist nur wirksam, wenn die Unterschriften aller Miteigentü- mer von einem Notar beglaubigt werden. Sie ist deshalb sehr aufwändig und wird möglichst vermieden. Ein Beschluss kann dagegen auf einer Eigentümerversamm- lung gefasst werden und ist dann wirksam. Er muss lediglich ordentlich protokolliert werden. Fragen von grundlegender Be- deutung für eine Wohnungseigentümer- gemeinschaft können aber nicht durch Beschluss, sondern nur durch Vereinba- rung geregelt werden. Für die Umstellung auf eine Contracting-Lösung reicht ein Beschluss. FAZIT Angesichts der zuneh- menden Komplexität der rechtlichen und techni- schen Rahmenbedingung bei der Energieversorgung in Wohngebäuden sowie der stetig steigenden Energiekosten und der zunehmenden Klimaerwär- mung, können intelligente Energiedienstleistungs- konzepte wie Contracting für Wohnungseigentümer- gemeinschaften durchaus sinnvoll sein. Die Professio- nalität und das Know-how der Energiedienstleister können dazu beitragen, Einsparpotentiale moder- ner Technologien über eine optimale Betriebsführung auszuschöpfen. Foto:©Shutterstock.com

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