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DDIV 01_2015

01 | 15  DDIVaktuell  39 Der Autor VOLKER SCHMEES Projektleitung/Politische ­Kommunikation des Verbandes für Wärmelieferung e. V. (VfW) www.energiecontracting.de Eigentlich sollte die Heizung ja längst saniert sein. Aber welches System ist das richtige? Welches die wirtschaftlichste Vari- ante? Wer kümmert sich zuverlässig um die Heizung? Viele Fragen, viele Antworten, und manchmal ist Contracting die Lösung. Ein Contractor bündelt das gesamte Beratungs- angebot unter einem Dach, übernimmt die komplette Heizungsanlage, betreibt sie, solange das wirtschaftlich sinnvoll ist, und kümmert sich um eine Neuanlage, wenn die Alte nicht mehr effizient genug arbeitet. Ganz nebenbei spart der Contractor durch den optimierten Betrieb Energie und schafft damit die Möglichkeit, seine Dienstleistung und die neue Heizung zu den gleichen Kosten betreiben zu können, wie die alte – gänzlich ohne Investitionskosten. Was steckt dahinter? Beim Contracting übernimmt ein Ener- giedienstleister die Versorgung einer Lie- genschaft mit der benötigten Energie. Ein Contractingvertrag kann die Lieferung von Wärme, Kälte, Strom, Druckluft oder andere Formen von Energie umfassen. Die folgen- den drei Contractingvarianten sind für Woh- nungseigentümergemeinschaften geeignet: Energieliefer-Contracting Die häufigste Variante des Contracting wird i.d.R. dann angewendet, wenn eine Anlage komplett ausgetauscht oder saniert wer- den muss. Der Contractor übernimmt die Planung, Finanzierung, Errichtung und den Betrieb der Energieanlage. Dabei trägt er über die gesamte Dauer des Vertrages die volle Anlagenverantwortung. Da die In- vestitionen vom Contractor übernommen werden, kann der Kunde freiwerdende Fi- nanzmittel an anderer Stelle verwenden. Im Contracting Wie funktioniert das eigentlich, welche Modelle gibt es, und wann ist das für Wohnungseigentümergemeinschaften interessant? Gegenzug verpflichtet sich der Kunde, über einen bestimmten Zeitraum Nutzenergie vom Contractor zu beziehen. Die Vertrags- dauer erstreckt sich meist über zehn Jahre. Das Energieliefer-Contracting ist so konzi- piert, dass sich die Effizienz der Energiean- lage direkt auf das Ergebnis des Contractors auswirkt. Bei einem Energieliefer-Contrac- ting-Projekt werden nicht die Kosten des Pri- märenergieträgers (Heizöl, Erdgas, Biomasse etc.) in Rechnung gestellt, sondern die der Nutzenergie (Wärme, Kälte, Strom, Druck- luft etc.). Durch die Marktvorteile des Con- tractors und sein Eigeninteresse an einem energieeffizienten Anlagenbetrieb kann, im Vergleich zur Eigenregie, in einigen Fällen so- gar eine günstigere Energieversorgung reali- siert werden. Durch diese Charakteristika ist das Energieliefer-Contracting prädestiniert für Wohnungseigentümergemeinschaften. Technisches Anlagenmanagement/ Betriebsführungs-Contracting Dieses Contracting beschränkt sich da- rauf, dass der Unternehmer für den Anlageneigentümer Aufgaben wie das Bedienen, Überwachen, Reparieren und Instandhalten von Energieanlagen übernimmt. Abgerechnet wird entwe- der über ein zeitraumbezogenes Ent- gelt oder ein Entgelt nach Aufwand für Material und Arbeitszeit. Auch diese Variante kann insbesondere dann für Brennstofflieferant Contractor Kunde Finanzierungspartner Brennstoff-Liefervertrag: ■■ Contractor bezahlt für einen bestimm- ten Energieträger (Gas, Öl, Holz …) Finanzierungsvertrag: ■■ Bank finanziert die Anlage ■■ Contractor zahlt Raten Energielelieferungsvertrag: ■■ Contractor liefert Energie ■■ Kunde zahlt EntgeltDie Vertragsbeziehungen beim Energieliefer-Con- tracting, Quelle: VfW Foto:©Shutterstock.com

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