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DDIV 01_2015

01|15 DDIVaktuell 27 Praxis ist aber durch hohe Pumpenleistun- gen, die größere Wassermengen als be- rechnet durch die fortlaufende Rohrleitung drücken, die Rücklauftemperatur insgesamt erheblich höher als bei einer Zweirohrhei- zung. Die ständige Durchströmung des gesamten Rohrsystems mit Heizwasser ist der wesentliche Unterschied zum Zwei- rohrsystem. Hier wird in einer verästelten Baumstruktur jeder Heizkörper an zwei Rohrnetze für Vorlauf- und Rücklaufwasser angeschlossen. Damit ist die Leitung zum Heizkörper, wenn er abgestellt wird, nicht durchströmt und kühlt ab. Wenn alle Heiz- körper in einem Segment abgestellt werden, wird dieser Bereich des gesamten Rohrnet- zes kalt und liefert keine Wärme mehr. Einrohrsysteme liefern daher über das stän- dig beheizte Rohrleitungssystem erheblich höhere Wärmemengen (20 Prozent und mehr gegenüber einer Zweirohranlage) und beheizen auch Räume mit abgestell- ten Heizkörpern über das Rohrnetz. Der Verbraucher kann die Wärmeabnahme schlechter regeln, mit dem Vorteil der stark reduzierten Gefahr der Schimmelbildung, die in ungeheizten Räumen mit Feuchtig- keitszufuhr aufgrund von abgestellter Zwei- rohrheizung auftreten kann. Ursachen von ungemessenem Wärmeverbrauch bei Anwendung von Heizkostenverteilern Heizkostenverteiler werden auf die Heiz- flächen montiert und erfassen an einem repräsentativen Ort die Temperatur der Heizkörperoberfläche als Kennwert für die Wärmelieferung. Die Wärmeabgabe der Rohre wird nicht erfasst. Hinzu kommt eine zweite Wärmequelle. Nur im Vorlauf wird der Heizkörper abge- sperrt und das Heizwasser fließt dann am offenen Rücklaufanschluss vorbei. Durch die thermischen Unterschiede sowie die Turbulenzen in der Rohrleitung ergibt sich eine Strömung innerhalb des Rücklaufan- schlusses, die Heizwasser in den Heizkör- per transportiert. Aufgezeigt wurde dieser Effekt durch die Zählung elektronischer Heizkostenverteiler bei abgestellten Heiz- körpern. Die Thermographie einer Platte zeigt die großflächige Erwärmung durch das durch Rezirkulation in die Heizplatte eingetragene Heizwasser. Die Messung für ein Gutachten von IEMB, Berlin, ergab, dass die bei voll geöffnetem Lanzenventil erreichte Leistung von 316 W bei geschlossenem Ventil noch mit 101 W zu fast einem Drittel vorhanden war. Mes- sungen mit Wärmezählern in Einrohr- heizkreisen ermitteln die bei abgestellten Heizkörpern noch abgenommene Leis- tung, die aufgrund ihrer Höhe nicht von der Ringleitung in der Wohnung allein ge- liefert werden konnte. Gemessen wurden Werte über 150 Prozent der Normleistung der vorhandenen Rohrleitungen. Auswirkungen ungemessener Wärme auf die Abrechnung mit Heizkostenverteilern Ein hoher Anteil von ungemessener Wär- me verursacht die Verzerrung der Anteile der Nutzer an den Kosten – Sparer werden stark bevorteilt und Vielverbraucher zum Teil extrem zu hoch belastet. Ursache ist, dass Sparer mit den Transmissionsgewinnen aus Nachbarwohnungen und den weiteren un- gemessenen Wärmemengen ihre Heizkör- per zur Raumbeheizung kaum noch nutzen. Bei sehr stark überhöhter Vorlauftempera- tur kann eine Wohnung dann sogar ohne Betrieb der Heizkörper ganzjährig beheizt werden. Wenn die Anzahl der so heizenden Nutzer hoch wird, kann eine verbrauchsab- hängige Abrechnung allein mit den Werten von Heizkostenverteilern nicht erstellt wer- den. Diese zusätzliche Wärmelieferung muss aber berücksichtigt werden. Dieser Anlagenbetrieb verursacht, dass Vielverbraucher, die dann allein in nen- nenswerter Höhe eine Registrierung von Einheiten der Heizkostenverteiler erzielen, zu hohe und völ- lig unplausible Abrechnungen erhalten. In einem Fall ergab dies 3.400 Euro für eine 74qm-Wohnung im Mittelgeschoss. In die neue Heizkostenverordnung wur- de daher aufgenommen, dass unerfasster Wärmeverbrauch, wenn sein Anteil we- sentlich ist, nach anerkannten Regeln der Technik abgerechnet werden kann. Das VDI 2077 Beiblatt Rohrwärmeabgabe als anerkannte Regel der Technik Nach Inkrafttreten der Verordnung wur- de das Beiblatt zur VDI 2077 im März 2009 verabschiedet. In diesem Regelwerk werden mehrere Verfahren definiert, wie unerfasste Wärmeabgaben in der Abrech- nung eingebunden werden können. Der bereits 2003 veröffentlichte Aspekt der Einrohrsysteme liefern über ständig beheizte Rohre erheblich höhere Wärmemengen. Geprüfte/r Immobilien- fachwirt/in (IHK) 10 Wochenendseminare Vorbereitung zur IHK-Prüfung Geprüfte/r Immobilienverwalter/in (EBZ|gtw|DDIV) 6 Wochenendseminare, 8 Monate, DDIV-anerkannt Lehrgangsstart im Februar: Informieren Sie sich Sie jetzt! www.gtw.de In Teilzeit zum anerkannten Abschluss! gtw - Weiterbildung für die Immobilien- wirtschaft Tel: 089/ 57 88 79 Infos: www.gtw.de Tel: 089/ 578879

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