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DDIV 01_2015

26 DDIVaktuell 01|15 TITELTHEMA Der Autor DIPL.-ING. JOACHIM WIEN Der Sachverständige für Heizkostenabrechnung ist Mitarbeiter im Arbeitsausschuss Wärmezähler der PTB-VV und im technischen Beirat des Verbands für Wärmelieferung sowie in der Normung von Heizkos- tenverteilern, Wärmezählern und Wasserzählern und seit 1996 für die Minol/Zenner-Gruppe tätig. DD Einrohrheizungen – Probleme und positive Eigenschaften Sie sind kostengünstig in der Installation, sorgen für eine ständige Grunderwärmung aller Räume, verbrauchen aber mehr Wärme und stellen höhere Anforderungen an die Betriebsführung. ie ständige Grunderwär- mung aller Räume verhindert weitgehend Schimmelbefall. Der geringere Kostenauf- wand bei der Bauerstellung begründet das häufige Vorkommen dieses Systems im Bestand: ca. 40 Prozent der Heizungsan- lagen in Deutschland sind vertikal oder waagrecht ausgeführte Einrohrsysteme. So viel zu den Vorteilen. Übersehen wurden die hohen Anforderungen dieser Anlagen in der Betriebsführung und der höhere jährliche Wärmeverbrauch gegenüber der Zweirohrheizung. Ein weiteres Problem ist die ständige hohe Wärmeabgabe der Rohre bei einer zu hoch eingestellten Heizwassertemperatur. Sie führt zu einer dominierenden Wärmever- sorgung der Räume nur über die nicht re- gelbare Wärmeabgabe der Rohrleitungen. Durch das Urteil des Landgerichtes Mei- ningen von 2002 wurde in einem Fall geringer Erfassung der insgesamt dem Gebäude zugeführten Wärme durch elek- tronische Heizkostenverteiler entschie- den, dass die Abrechnung pauschal nach Flächenanteilen mit Abzug von 15 Prozent der Heizungskosten zu Lasten des Ge- bäudeeigentümers zu erfolgen habe. Der betriebsbedingt mögliche hohe Anteil von ungemessenem Wärmeverbrauch bei Ein- rohrsystemen war die Ursache. Dies löste eine intensive Beschäftigung mit dieser Frage aus, die letztlich in der Novelle der Heizkostenverordnung zur Änderung im § 7 (1) Satz 3 führte. Hier wurde geregelt, dass unerfasster Wärme- verbrauch, wenn sein Anteil wesentlich ist, nach anerkannten Regeln der Technik abgerechnet werden kann und der so be- stimmte Verbrauch als erfasster Wärme- verbrauch abgerechnet werden muss. Im Folgenden werden die heizungstech- nischen Hintergründe sowie die durch die Formulierung in der Heizkostenver- ordnung entstandenen Probleme für die Praxis und Wege zur Verbesserung des Anlagenbetriebs aufgezeigt. Unterschiede der Funktionen zwischen Einrohr- und Zweirohrheizung Der Anschluss des Heizkörpers selbst erfolgt immer mit zwei Rohren – dem Vorlauf- und dem Rücklaufanschluss am Heizkörper. Dadurch werden waagrechte Einrohrheizungen mit im Estrich verlegten Rohren oft nicht als Einrohrheizsystem er- kannt. Bei der vertikalen Einrohrheizung ist aber der Aufbau klar erkennbar – durch ein Dreiwegeventil wird bei abgestelltem Heizkörper das Wasser weitergeleitet und das Rohrnetz bis unmittelbar am Heizkör- per wird ständig von Heizwasser durch- strömt. Bei Betrieb des Heizkörpers wird aus der durchlaufenden Rohrleitung heißes Wasser durch den Vorlaufanschluss in den Heizkör- per geführt und dann in die gleiche Rohr- leitung in deren weiteren Verlauf abgekühlt zurückgespeist. Die Vorlauftemperatur für den folgenden Heizkörper ist tiefer. In der D Waagrechte Einrohrheizung mit Rohrleitung im Estrich Foto:©Master3D/Shutterstock.com

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