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DDIV 01_2014

01|14 DDIVaktuell 45 BROSCHÜRE ZUM THEMA: Unter dem Titel „Elektronik statt Papier – Einfacher, schneller und günstiger berichten mit der E-Bilanz“ hat das Bundesfinanzministerium eine Broschüre veröffentlicht. Sie steht im Internet zum Download bereit: www.bundesfinanzministerium.de > Service > Publikationen Einfach elektronisch? Die E-Bilanz soll die Kommunikation zwischen Finanzverwaltung und Steuerpflichtigen unbürokratischer gestalten. Nach §5b EStG müssen Unter- nehmen Steuerbilanzen für Wirtschafts- jahre, die mit Ablauf der Übergangsfrist nach dem 31.12.2012 begonnen haben, elektronisch an das Finanzamt übermit- teln. Lediglich auf begründeten Antrag kann die Behörde auf die elektronische Übermittlung verzichten. Der Umfang der so zu übermittelnden Daten ist in der Regel deutlich größer als in der bisherigen Form, die allerdings we- sentlich fehleranfälliger war. Das wirkt sich auf das interne Rechnungswesen aus und erfordert auch vorbereitende organisatori- sche und technische Maßnahmen. Wie funktioniert die E-Bilanz? Die Grundlage bilden gegliederte Da- tenschemata, so genannte Taxonomien. In ihnen werden verschiedene Positionen definiert und rechnerische Verknüpfun- gen hergestellt. Das Stammdatenmodul dient dabei der Übermittlung von Doku- mentinformationen, während mit dem Jahresabschlussmodul Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung etc. übermittelt werden. Taxonomien werden regelmäßig auf notwendige Aktualisierung hin über- prüft. Die jeweils geltende Form steht online unter www.esteuer.de zum Down- load bereit. Für die Übermittlung des amtlich vorgeschriebenen Datensatzes ist der freie XBRL Standard (eXtensible Business Reporting Language) geeignet. Der Datenversand erfolgt authentifiziert über ELSTER anhand des Elster Rich Client (EriC) ohne digitale Signatur. Zu beachten ist, dass die Konvertierung der Daten in XBRL und ihre Übertragung an den Elster Rich Client eine eigene Software erfordert. Um die technischen Voraussetzungen zu erfüllen, sind hier die Unternehmen selbst gefordert. Tipps zur Dateneingabe Die Gliederungstiefe für die zu übermit- telnden Daten bestimmt sich vorrangig durch Mussfelder. Ein nicht mit Werten zu füllendes Mussfeld ist in der entsprechen- den Position mit „leer“ bzw. „NIL“ („Not in List“) zu bezeichnen. Zur rechnerischen Prüfung dienen zudem Summenmussfelder. Auffangpositionen verhindern Eingriffe in das Buchungsverhal- ten. Sie sichern die rechnerische Richtig- keit, wenn Differen- zierungen nicht aus der Buchführung ab- leitbar sind. Der Steuerberater kann bei der Erstel- lung und Übermitt- lung der E-Bilanz helfen, z.B. wenn bei neu eingerichteten Systemen die Schnitt- stelle zum Datenfor- mat XBRL noch nicht besteht und es darum geht, die Vorgaben der Taxonomie anzu- passen und elektronisch zu übermitteln. Das ist zu beachten Bei der Arbeitsplanung ist der anfangs recht hohe Zeitaufwand für die Erstellung taxonomiekonformer Bilanzen zu berück- sichtigen. Zudem erfordert das System neue Buchhaltungskonten, so dass es Bu- chungen entsprechend der Taxonomie erstellt. Der Kontenplan wird so in der Regel umfangreicher. Eine Neuorganisa- tion, die auch Chancen bietet, Neues zu konzipieren und effizientere Prozesse zu nutzen. Dennoch ist klar festzustellen, dass die Finanzverwaltung sich auf Kosten der Unternehmen vieles erleichtert und auf erweiterte Kontroll- und Überwachungs- funktionen setzt. Ob ein Vorgehen gegen die neuen Rechtspflichten im Klagewege Sinn macht, ist trotz der Belastungen und der zum Teil fragwürdigen Rechtssituation schwer einzuschätzen. Zu einer Blockade der neuen Rechtssituation ist daher nicht zu raten. von Wolfgang Wawro

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