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DDIV 01_2014

RUBRIK 34 DDIVaktuell 01|14 RUBRIK Der öffentlich bestellte vereidigte Sachverständige kann in Beschluss- anfechtungsver- fahren wertvolle Hilfe leisten. Sachverständiger ist nicht gleich Sachverständiger. Der Begriff ist recht- lich nicht geschützt, und deshalb kann je- der ihn für sich in Anspruch nehmen. Im Unterschied zu den Selbsternannten mit nicht überprüfbarer Expertise wird der öffentlich bestellte und vereidigte Sach- verständige durch die jeweilige Kammer seines Fachgebiets berufen. Als Bewerber muss er bei der entsprechenden Kammer verschiedene Verfahren durchlaufen, in de- nen die fachliche und persönliche Eignung, die Fähigkeit der Gutachtenerstellung und die besondere Expertise im jeweiligen Fachgebiet geprüft wird. Bei der Ernen- nung zum Sachverständigen muss ein Eid geleistet werden, welcher u. a. die Grund- pflichten der Objektivität, Unparteilichkeit und Weisungsfreiheit beinhaltet. Einmal bestellt, muss der Sachverständige seinen Titel auch führen. Folglich zeichnet den öf- fentlich bestellten und vereidigten Sachver- ständigen aus, dass er geprüfterweise über eine besondere Sachkunde auf seinem Foto:©JunialEnterprises/Shutterstock.com Gebiet verfügt und rechtlich zu Objektivi- tät und Verschwiegenheit verpflichtet ist. Des Weiteren unterliegt er der Aufsicht der Bestellungsbehörde. Im Sachgebiet der Wohnungseigentumsverwaltung gibt es bundesweit zurzeit vier öffentlich be- stellte und vereidigte Sachverständige, wie dem Sachverständigenverzeichnis der IHK zu entnehmen ist. Eine von ihnen ist Astrid Schultheis, mit der wir über die Hinzuzie- hung bei rechtlichen Fragen in der WEG- Verwaltung sprachen. Frau Schultheis, was kann ein öffentlich be- stellter vereidigter Sachverständiger leisten? Zumeist wird er in Gerichtsverfahren zur Erstellung von Gutachten zu einem be- stimmten Problem herangezogen, in wel- chem er seine Kernkompetenz hat. Auch für private Auftraggeber kann der Sach- verständige unparteiische und objektive Begutachtungen vornehmen. Warum und in welchen Fällen ist es sinnvoll, ihn hinzu zu ziehen? Sinnvoll ist dies immer, wenn eine außerge- richtliche Einigung herbeigeführt werden soll. Der Sachverständige kann komplexe Problemstellungen objektiv begutachten, wenn zwei Parteien gegensätzliche Positi- on vertreten. Dieses Gutachten kann dann einen Ansatzpunkt für das weitere Vorge- hen darstellen. In meinem Fachgebiet Wohnungseigen- tumsverwaltung geht es fast ausschließlich um Themen des Rechnungswesens – im Speziellen um die Prüfung der Buchhal- tungsunterlagen, welche einer Jahresab- rechnung zu Grunde liegen. Welche Rolle kommt ihm bei Beschlussan- fechtungsverfahren WEG zu? Durch Hinzuziehung eines Sachverständi- gen in einem Beschlussanfechtungsverfah- ren sollen in der Regel belastbare Aussagen über die rechnerische Richtigkeit einer Jahresabrechnung und die Darstellung der Vermögenssituation einer Wohnungsei- gentümergemeinschaft möglich werden. Wie ist die Gewichtung eines durch einen staatlich bestellten vereidigten Sachver- ständigen erstellten Gutachtens vor Gericht einzuschätzen? Was kann es leisten? Objektiv betrachtet

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