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DDIV 01_2014

IM BLICKPUNKT 28  DDIVaktuell 01 | 14 Fragen rund um die Kontoführung Die Anlage von WEG-Geldern ist eine zentrale und wichtige Aufgabe für Immobilienverwalter. Leider wird ihr teilweise zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. von Steffen Haase Ob ein Verwalter für die Gelder seiner Kunden die richtige Anlageart gewählt hat, wird auch von Verbraucherschüt- zern immer öfter hinterfragt. Darauf sollte man vorbereitet sein. Denn wer Kontoverträge zuletzt bei Unterschrift mit der Bank zur Hand hatte, könnte Probleme haben. Wichtig: Vermögensabgrenzung Die gesetzliche Regelung findet sich in § 27 WEG Abs. 5 WEG: Der Verwal- ter ist verpflichtet, eingenommene Gelder von seinem Vermögen gesondert zu halten. Auch zu anderen Geldern, z. B. bei Verwaltung mehrerer Woh- nungseigentümergemeinschaften muss eine klare Abgrenzung erfolgen. Gemeinschaftliche Gelder sind alle von den Wohnungseigentümern aufgrund ihrer Pflicht zum Tragen von Kosten und Lasten eingezahl- ten Wohngeldvorauszahlungen, Sonderumlagen, Nachzahlungen, Rücklagenzahlungen, Einnahmen aus Vermietung, Verpachtung und sonstige Erträge wie Zinsen. Wichtig: Verzinsliche Anlage Der Verwalter hat die Instandhaltungsrücklage grundsätzlich verzinslich anzulegen. Das ausgewählte Konto muss mündelsicher sein, d. h. es darf keinen spekulativen Charakter haben. Hier bieten sich z. B. Festgeld- und Tagesgeldkonten, aber auch das Sparbuch an. Für Wohnungseigentümer stellt sich die Frage der Kontosicherheit. Auch das kontoführende Institut spielt eine Rolle. Die Änderung des Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetzes (EAEG) bie- tet zukünftig mehr Sicherheit. Die jüngste Novelle sichert WEG-Kon- ten im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung ab 1. Januar 2014 auch über den Betrag von 100.000 Euro hinaus ab. Eigentümerge- meinschaften werden auf Grund ihrer Teilrechtsfähigkeit als Einzel-An- leger betrachtet, bisher auch im Falle eines Entschädigungsanspruchs. Künftig werden WEG-Konten als Gemeinschaftskonten geführt, bei denen alle Mitglieder der WEG als Kontoinhaber gelten. So ist die Ein- lage jedes Einzelnen bis zur Obergrenze von 100.000 Euro gesichert. Bei Guthaben, die über diesen Betrag hinausgehen, greifen überdies oft private Sicherungsfonds, denen die meisten Banken angehören. Und noch eine gute Nachricht: Instandhaltungsrücklagen werden der Gesetzesänderung zufolge nicht zur Rettung maroder EU-Banken he- rangezogen. Eigentümergemeinschaften können also aufatmen. Praxis-Tipp: Strikte Kontentrennung Der Verwalter hat für jede Gemeinschaft mindestens ein eigenes Konto anzulegen. Auch bei der Übernahme der WEG-Verwaltung bei gleichzeitiger Mietverwaltung einer Anlage müssen die Gelder getrennt werden. Dies praktisch zu bewerkstelligen führte zumindest in der Ver- gangenheit oft zu Schwierigkeiten. Einige Banken haben sich auf Kontoführungsmodelle für Immobilienverwaltungen spezialisiert. Folgende Institute bieten geeignete Lösungen an: Aareal Bank, Deutsche Bank, DKB Bank und die Hausbank München. Das Treuhandkonto: Für und Wider Ein Treuhandkonto dient dazu, Vermögen zu verbuchen, das nicht dem Kontoinhaber gehört. Der hält das Konto zwar auf eigenen Namen, aber für fremde Rechnung. Dieses Modell sieht zwei Ver- träge vor: Den Kontovertrag zwischen Treuhänder und Bank und den Treuhandvertrag zwischen Treuhänder und Treugeber. Es gibt offene und verdeckte Treuhandkonten. Das offene Treuhandkon- to wird auf den Namen des Treuhänders mit einem Zusatz zur Kennzeichnung des Treuhandverhältnisses eröffnet, z. B. so: Haus- verwaltung X-GmbH, Sonderkonto WEG Y, Hauptstraße 100. Das verdeckte Treuhandkonto trägt den Namen des Treuhänders ohne Zusatz zum Treuhandverhältnis, das somit nicht erkennbar ist. Für beide Varianten gilt: ŽŽ Der wirtschaftlich Berechtigte ist anzugeben ŽŽ Name und Anschrift des Treugebers ist anzugeben ŽŽ Keine Kontoüberziehung möglich ŽŽ Kein Pfand- oder Zurückbehaltungsrecht seitens der Bank Foto:©memole/Shutterstockcom

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