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DDIV 01_2014

POLITIK & AKTUELLES 14  DDIVaktuell 01 | 14 Das 39. Fachgespräch zum Wohnungs­­­­­­­ eigentumsrecht in Fischen von Martin Kaßler Als Schnittstelle zwischen Eigentümern und der Ge­ meinschaft obliegen dem Verwalter vielfältige Pflichten. Diese standen zusammen mit Aufgaben und Funktionen im Mittelpunkt des diesjährigen 39. WEG-Fachgesprächs des ESWiD in Fischen. Immobilienverwalter und Juristen aus der ganzen Republik trafen sich Ende Oktober in dem beschaulichen Örtchen im Allgäu. Zum Schwerpunktthema „Verwaltung durch die Gemeinschaft – Funk­ tion, Aufgabe und Haftung des Verwalters“ hatte der Evangelische Bundesverband für Immobilienwesen in Wissenschaft und Praxis (ESWiD) dazu eingeladen, Wissen zu erweitern, aufzufrischen und somit mehr Sicherheit für die tägliche Arbeit zu gewinnen. Obliegenheiten von Verwaltern und Eigentümern Unter der Moderation von Prof. Werner Merle und Sabine Kuh­ la standen drei Tage lang rechtliche Fragen rund um das Wohn­ eigentumsgesetz und vor allem die gesetzlichen Pflichten des Verwalters zur Diskussion. Der detaillierten Erörterung einzelner Obliegenheiten stellte der Berliner Professor Christian Armbrüster eine juristische Einordnung der Stellung von Gemeinschaft, Eigen­ tümer und Verwalter voran und zeigte auch die gemeinschaftsbe­ zogenen Aspekte auf, deren Erfüllung in der Verantwortlichkeit von Eigentümern und Verwaltern liegt. Bei der anschließenden Betrachtung spezifischer Aufgaben und Haftungen des Verwalters standen unter anderem die Verkehrssicherungspflichten für das Gemeinschafts- und Sondereigentum, Instandsetzungspflichten und öffentliche Abgabenpflichten im Fokus. Aufsehen erregte ein beispielhafter Fall aus dem Jahr 1981, bei dem ein Kind in eine Dornenhecke am Rande eines Kinderspielplatzes gefallen war. Das OLG Frankfurt hatte dafür den Verwalter in die Haftung ge­ nommen. Aufgrund der Unerfahrenheit, Unbesonnenheit und Spiellust von Kindern hätte er für die Sicherheit des Spielplatzes einen strengeren Maßstab anlegen müssen. Weitere Beispiele aus der Praxis dienten dazu, eine Vielzahl von Urteilen und die daraus resultierenden Konsequenzen für Wohnungsgemeinschaften, Ei­ gentümer und Verwalter zu diskutieren. Auch praktische Fragen zum Verwalterwechsel wurden geklärt. In diesem Zusammenhang informierte der Kölner Rechtsanwalt Dr. Michael Casser über die nachwirkenden Pflichten des ausgeschiedenen Verwalters. Fachausstellung und Vortragsprogramm In den Pausen hatten die rund 500 Teilnehmer Gelegenheit, sich auf der angegliederten Fachausstellung zu Produktentwicklungen und Dienstleistungen aus den Bereichen Versicherung, Schadenssanie­ rung und Software-Entwicklung zu informieren. Erstmals wurden neben den Fachforen des ESWiD auch eine Reihe praxisrelevanter Vorträge zu aktuellen Themen angeboten, die das Hauptprogramm komplementierten. Besonders energisch fiel die Debatte zur SEPA- Umstellung aus. Obwohl hier für Unternehmen das Ultimo für den Abschluss zum 31. Januar 2014 längst feststeht, zeigte sich vielerorts noch Handlungsbedarf. Mit großem Wissensdurst wurde auch der Komplex Legionellenbeprobung aufgenommen. Obwohl das sonnige Herbstwetter in den Augen so manches Ver­ walters die Sehnsucht nach einem Ausflug in die Berge aufblitzen ließ, waren die Vorträge zu allen Themen gut besucht, und auch die Vorstellung von Maßnahmen und Möglichkeiten zur energe­ tischen Sanierung sowie innovativer Software-Lösungen fanden große Beachtung. So zeigte sich hier wieder einmal, dass rechtli­ che Grundlagen, praktischer Erfahrungsaustausch und juristisches Know-how für die Arbeit des Immobilienverwalters von zentralem Interesse sind. Das nächste und dann schon 40. Fachgespräch in Fischen findet vom 22. bis 24. Oktober 2014 statt. Fotos:©BrunoMaul Immobilienverwalter diskutieren Aufgaben und Pflichten

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