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DDIV 01_2014

01|14 DDIVaktuell 13 Verbesserte Akzeptanz und Aussagekraft Was sich beim Energieausweis geändert hat von Andrea Körner Mit der Neuregelung der EnEV wird die Bedeutung des Energie- ausweises als Informationsquelle und Entscheidungskriterium für Mieter und Käufer aufgewertet. Er soll zukünftig für mehr Transparenz im Immobilienmarkt sorgen, Anreize zur Einsparung von Ener- gie bieten und wird sich insofern auch auf den Wettbewerb auswirken. Hierfür sind im Einzelnen folgende Än- derungen relevant: Künftig hat der Eigen- tümer sicherzustellen, dass unverzüglich nach Fertigstellung eines neu errichteten Gebäudes ein Energieausweis ausgestellt und ihm ausgehändigt wird. Gleiches gilt für sanierte Gebäude, bei denen energe- tische Berechnungen des Jahres-Primär- energiebedarfs durchgeführt worden sind. Zudem erhält jeder neu ausgestellte Aus- weis eine Registriernummer und Angaben zur Umsetzung des EEWärmeG. Empfeh- lungen für kostengünstige Modernisie- rungsmaßnahmen werden ebenfalls fester Bestandteil des Energieausweises sein. Der Bandtacho, und was er aussagt Der farbige Bandtacho im Energieausweis für Wohngebäude, der den Energieauf- wand in Kilowattstunden pro Quadrat- meter und Jahr angibt, wird neu skaliert. So beginnt der rote Bereich bereits bei ca. 250 kWh/(m² a) statt wie bisher bei über 400 kWh/(m² a). Zusätzlich ist der Bandtacho in neun Energieeffizienzklas- sen von A+ für sehr gut, entspricht einem Wert unter 30kWh/(m²a), bis H für sehr schlecht, entsprechend einem Wert über 250 kWh/(m² a) eingeteilt, vergleichbar mit der bisher üblichen Kennzeichnung von Elektro- und Haushaltsgeräten. Die Klassen ergeben sich aus dem Ener- gieverbrauch oder -bedarf. Neue Pflichten werden damit auch Verkäufern und Vermietern auf- erlegt: Bereits bei der Besichtigung einer Im- mobilie müssen sie ihn Interessenten vorlegen und bei Vertragsabschluss im Original oder zumin- dest in Kopie aushändigen. Die energetischen Kenn- werte müssen auch in Immobilienanzeigen angegeben werden. Dabei muss klar erkennbar sein, ob es sich um einen Bedarfs- oder Verbrauchs- ausweis handelt. Der Endenergiewert sowie der wesentliche Energieträger für Heizung, bei Wohngebäuden das Baujahr und die Energieeffizienzklasse müssen ausgewiesen sein. Verstöße gelten als Ord- nungswidrigkeit und können mit Geldbu- ßen bis zu 15.000 Euro geahndet werden. Erweiterung der Aushangpflicht Die Auflage zum öffentlichen Aushang in behördlich genutzten Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr wird auf klei- nere Gebäude erweitert und auch auf privatwirtschaftliche Bauten mit regem Publikumsverkehr wie Museen, Theater, Kinos, Hotels, Banken, Kaufhäuser usw. ausgedehnt. Zur Stärkung des Vollzugs der EnEV wer- den nach EU-Vorgabe unabhängige Stich- probenkontrollen durch die Länder für Energieausweise und Berichte über die Inspektion von Klimaanlagen eingeführt. Schließlich wird mit der EnEV 2014 die Lis- te der Ordnungswidrigkeiten erweitert. Sie umfasst nun auch die Nachrüstpflichten im Bestand, die bisher zwar verbindlich waren, bei Nichterfüllung jedoch folgen- los blieben. Als „eine Novelle mit Augenmaß im Rah- men der wirtschaftlichen Vertretbarkeit” (Dr. Peter Ramsauer), die „anspruchsvol- le und zugleich wirtschaftlich vertretbare Standards für Neubauten“ (Dr. Philipp Rösler) setze, stellt das BMVBS die EnEV 2014 in der Pressemitteilung anlässlich ihrer Verabschiedung dar. Fraglos ist die Novellierung ein Schritt zu mehr Energie- effizienz. Wirtschaft und Investoren wird sie nur überzeugen, wenn den neuen Be- lastungen ein angemessener Ausgleich in Form von Fördermitteln und steuerlichen Abschreibungen gegenübersteht. Der Erfolg der Energiewende im Gebäude- bereich wird letztlich vom Gleichgewicht beider Aspekte abhängen. damit auch Verkäufern und Vermietern auf- erlegt: Bereits bei der Besichtigung einer Im- mobilie müssen sie ihn Interessenten vorlegen und bei Vertragsabschluss im Original oder zumin- dest in Kopie aushändigen. Die energetischen Kenn-

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