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DDIV 01_2014

POLITIK & AKTUELLES 12  DDIVaktuell 01 | 14 Endlich beschlossene Sache Die Neuregelungen der EnEV 2014 und zum Energieausweis von Andrea Körner Bereits fünf Tage nachdem der Bundesrat der Novelle der Energieeinspar- verordnung (EnEV) nur unter zahlreichen Auflagen zugestimmt hatte, verabschiedete das Kabinett sie in der von der Länderkam- mer gewünschten Fassung. Aufklärend wirkte ein Blick nach Brüssel: Die EU-Kommission hatte die Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie 2010 in nationales Recht bereits angemahnt und hohe Geldstrafen angedroht. Darunter fällt insbesondere der Auftrag an die Bundesregierung, die verschiedenen nebeneinander bestehenden energiespar- rechtlichen Vorschriften zu vereinfachen und zusammenzuführen. Im Einzelnen sind dies Energieeinsparungsgesetz, Energie- einsparverordnung und das Erneuerbare- Energien-Wärmegesetz. Die Verschärfung der Neubauanforderungen in einer statt in zwei Stufen (2014 u. 2016), die 30-Jahres- frist für den Betrieb von Heizkesseln und die Erweiterung des Energieausweises um Effizi- enzklassen – so wie man sie bereits von Elek- trogeräten kennt – gehen auf den Wunsch des Bundesrates zurück. Nach Verkündung der EneEV-Novelle im Bundesgesetzblatt tritt sie am 1. Mai 2014 in Kraft. Kein Aus für Nachtspeicherheizungen Bereits im Juli 2013 war durch die Ände- rung des Energieeinsparungsgesetzes, die unter anderem auch das mit der EnEV 2009 eingeführte Verbot von Nachtspeicherhei- zungen wieder aufhob, die Grundlage für die Novellierung der Energieeinsparverord- nung geschaffen worden. Mit der neuen Fassung der EnEV schließt die Bundesregie- rung nun pflichtgemäß die Umsetzung der europäischen Richtlinie 2010/31/EU über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden im deutschen Recht ab. Konkret bedeutet dies, dass ab 2019 öffentliche und ab 2021 privatwirtschaftliche Neubauten nur noch als Niedrigst- oder Nullenergiegebäude errichtet werden dürfen. Die jetzige Anhe- bung der Neubauanforderungen durch die EnEV 2014 versteht sich als ein Zwischen- schritt hin zum EU-weiten Niedrigstener- gie-Gebäudestandard. Die dafür gültigen energetischen Mindestanforderungen sol- len bis spätestens Ende des Jahres 2016 bzw. 2018 in der EnEV definiert werden. Auf nationaler Ebene stellt die Neufassung der EnEV einen bedeutsamen Beitrag zum Erreichen der von der Bundesregierung im Energiekonzept vom 28. September 2010 formulierten Ziele der Energiewende dar. Angestrebt wird ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand – neu und saniert – bis zum Jahr 2050. Als Instrumente zur Verfol- gung dieser ambitionierten Vorgabe sollen insbesondere eine Modernisierungs­offensive für Gebäude, Anreize durch die Förderpolitik und ein Sanierungsfahrplan dienen. Dem gegenüber stehen auf Seiten der Bauherren ab 1. Mai 2016 neue Pflichten. Hier folgt eine kurze Zusammenstellung der wichtigsten Änderungen im Vergleich zur noch gültigen EnEV 2009. DDIV aktu- ell wird sich dem Thema demnächst mit einem Sonderteil widmen. Das gilt für Neubauten Erhöhte energetische Anforderungen wer- den ab dem 1. Januar 2016 an neue Gebäu- de gestellt. Der zulässige Höchstwert für die Gesamtenergieeffizienz, also den jährlichen- Primärenergiebedarf, wird gegenüber der EnEV 2009 um 25 Prozent gesenkt. Damit steigen die Anforderungen an die Wärme- dämmung. Der maximal erlaubte Wärme- verlust durch die Gebäudehülle, definiert als Wärmedurchgangskoeffizient, wird um durchschnittlich ca. 20 Prozent vermindert. Das gilt für den Bestand Für die Sanierung bestehender Gebäude gelten diese Verschärfungen nicht. Die Anforderungen an die Modernisierung der Außenbauteile werden als bereits so anspruchsvoll erachtet, dass eine zusätz- liche Verschärfung gegenüber der EnEV 2009 ein nur geringes Einsparpotenzial erwarten ließe. Die wichtigste Änderung bei Bestandsbauten ist die Ausweitung der Austauschpflicht für Öl- und Gasheizkessel. Mit flüssigen oder gasförmigen Brennstof- fen betriebene Standardheizkessel, die vor dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden, dür- fen ab 2015 nicht mehr betrieben werden. Ab 1985 eingebaute Kessel müssen nach 30 Jahren außer Betrieb genommen wer- den. Ausgenommen von dieser Regelung sind Niedertemperatur- und Brennwert- kessel sowie vom Besitzer selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser. Im Falle eines Eigentümerwechsels muss der Austausch innerhalb von zwei Jahren erfolgen. Des Weiteren präzisiert die EnEV 2014 die bestehende Dämmpflicht zugänglicher oberster Geschossdecken. Decken über beheizten Räumen, die an ein unbeheiztes Dachgeschoss grenzen und nicht die Min- destanforderungen an den Wärmeschutz er- füllen, müssen bis Ende 2015 gedämmt sein. Ist das Dach darüber gedämmt oder ent- spricht es den Anforderungen des Mindest- wärmeschutzes gilt auch diese Forderung als erfüllt. Ausgenommen von dieser Regelung sind Gebäude, in denen der Eigentümer seit dem Stichtag 1. Februar 2002 mindestens eine Wohnung selbst nutzt. Foto:©AndreyBurmakin/Shutterstock.com

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