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DDIV 01_2013

Aber Vorsicht: Trotz der umständlichen Rechenoperationen müssen die Abgrenzungsbuchungen in der Abrechnung klar und deutlich zu erkennen und nachvollziehbar sein. Auch dies fordert der BGH. Von daher sollten Erläuterungen mit eingebaut werden. Wie z.B.: > 2012 wurde neues Heizöl für 6.000 Euro eingekauft – siehe Ge- samtabrechnung. Verbraucht wurden hiervon 4.000 Liter für 1 Euro pro Liter. > Diese werden in der Heizkostenabrechnung verteilt. > Die Kosten für das nicht verbrachte Heizöl sind im laufenden Wirt- schaftsjahr keine Verbrauchskosten und werden daher nach dem allg. Verteilerschlüssel verteilt. > Die diesjährige Belastung für den Heizölvorrat wird in der Abrech- nung 2013 berücksichtigt und mit entsprechenden Gutschriften wieder ausgeglichen. Im Folgejahr sieht die Gesamtabrechnung wie folgt aus: I. Ausgaben Art der Ausgabe Euro Versicherungen 2.000,00 Heizung / Warmwasser Kauf von Heizöl im Jahr 3.000,00 weitere Ausgaben 5.000,00 Summe der Ausgaben 10.000,00 II. Einnahmen Wohngelder 12.000,00 Summe der Einnahmen 12.000,00 Und in der Einzelabrechnung: I. Ausgaben Einzelab- rechnung in Euro Verteiler Ihr Anteil Versicherungen 2.000,00 MEA (1/4) 500,00 Heizung / Warmwasser* 5.000,00 HKA 1000,00 Verbrauch 2000l Vorjahr Verbrauch 2.000l lfd. Jahr Sonstige Ausgaben 5.000,00 MEA (1/4) 1250,00 Summe Ausgaben 12.000,00 2.750,00 Mit folgenden Erläuterungen: > 2013 wurde neues Heizöl für 3.000 Euro eingekauft – siehe Ge- samtabrechnung. Verbraucht wurden hiervon 2.000 Liter für 1,5 Euro pro Liter. > Darüber hinaus waren am Jahresanfang noch 2000 Liter Heizöl vorhanden, die im Vorjahr gekauft und umgelegt worden sind. > Diese 4.000 Liter wurden 2013 verbraucht. Die Gesamtkosten von 5.000 Euro (2.000 + 3.000,00) wurden nach der Heizkos- tenverordnung verteilt. > Der in den Einzelabrechnungen zu verteilende Betrag von 5.000 Euro deckt sich daher nicht mit dem der Gesamtabrechnung in Höhe von 3.000 Euro. Gleiches gilt für die Gesamtkosten Ein- zelabrechnung zur Gesamtabrechnung. > Die 2.000 Euro (2012) wurden in der vergangenen Abrechnung mit dem allg. Verteilerschlüssel berücksichtigt und werden ihnen in dieser Abrechnung wieder gut geschrieben – siehe Jahressaldo. > Ihre Belastung aus dem Jahr 2012 für den Kauf des Heizölvor- rats ist damit ausgeglichen. UnddieserAusgleicherfolgtnunhierinderDarstellungdesSaldos. IV. Berechnung Jahresendsaldo Guthaben oder Nachzahlung Euro Ihr Überschuss bei Ausgaben / Einnahmen + 250,00 Ihr Anteil an laut Wirtschaftsplan 2013 geschuldeten Zuführung zur Rücklage (keine Ausgabe) - 500,00 Im Jahr 2012 nach allgemeinem Verteilerschlüs- sel umgelegter Heizölvorrat, hier Gutschrift + 500,00 Ihr Guthaben + 250,00 PrAxIStIPP: Interessant für den Verwalter ist, wie er die Problematik in der Praxis lösen kann. Das Hauptproblem stellt die Kostenbelastung nach dem allgemeinen Verteilerschlüssel in der Einzelabrechnung dar. Lassen sie sich durch einfachen Mehrheitsbeschluss eine Liquiditätsrück- lage/Öl-Rücklage beschließen. Eventuell können sie hierzu einen Teil der normalen Instandhaltungsrücklage verwenden. So erfolgt dann keine Kostenbelastung mehr in der Einzelabrechnung und die Gutschriftspro- blematik im Folgejahr ist gelöst. Zu der Bildung von Liquiditätsreserven gibt es noch keine obergerichtliche Rechtsprechung. Aus der Praxis heraus erscheinen Sie aber in vielen Fällen mehr als geboten.

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