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DDIV 01_2013

32 DDIVaktuell 01 | 13 Der Autor WolfgAng MAttern Wolfgang Mattern ist seit über 28 Jahren selbstständiger Rechtsanwalt mit Tätigkeits- schwerpunkt im Immobilien- recht sowie Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und Fachanwalt für Steuerrecht. Er ist Mitbegründer und seit über 20 Jahren geschäftsführender Vorstand des VDIV Schleswig- Holstein, Hamburg, Mecklenburg- Vorpommern, mit Kanzleien in Kiel und Hamburg. Die eigentumsanlage mit 84 Wohneinheiten, die größtenteils als ferien­ wohnungen genutzt werden, wurde im Jahre 1968 errichtet. Die Parteien des rechtsstreits bilden eine eigentümergemeinschaft. Die Kläger klagen gegen einen Beschluss über die Heizkostenabrechnung. Sie rügen, dass nach der in der Weg praktizierten Heizkos­ tenverteilung 70 Prozent der gesamtkosten nach den Ableseergebnissen der Verbrauchs­ erfassungsgeräte und nur 30 Prozent der Heizkosten verbrauchsunabhängig anhand der fläche umgelegt werden. Die Kläger, die ihre Wohnungen ganzjährig intensiv an feriengäste vermieten, führen aus, dass über die rohrleitungen bereits ein hoher Wärmeanteil abgegeben wird mit der folge, dass für viele eigentümer keine notwendigkeit zum Heizen besteht und damit der erfasste Verbrauch in vielen Wohnungen gering ist. Die Konsequenz sei, dass unverhältnismäßig hohe Kosten für ihre Verbrauchseinheiten berechnet würden. Der vom gericht bestellte Sachverständi­ ge hat festgestellt, dass in den Wohnungen der Kläger der Wärmebedarf zu 34 bezie­ hungsweise 39 Prozent durch die rohrlei­ tungen gedeckt wird. Allein die Auslastung und nutzung sowie das nutzungsverhalten habe einfluss auf die Verbräuche und die Verbrauchskosten. nach den Berechnungen des Sachverständigen wurden im relevanten Verbrauchsjahr 13,1 Prozent der insgesamt abgestrahlten Wärme über die Messgeräte erfasst. gleichwohl stellte der Sachverständi­ ge fest, dass eine Verteilung der Heizkosten im Verhältnis 70:30 nicht zu beanstanden ist. „Keine zu strengen Anforderungen an die Auswahl des Verteilungsschlüssels stellen“ Das Amtsgericht niebüll wies die Klage (Urteil vom 29. Mai 2012, 18 C 19/10) ab. Heizungsanlage mit Restrisiko einrohrheizungen sorgen technisch und rechtlich immer wieder für Probleme. oft geht es dabei um die – schwierige – Verteilung der Heizkosten. So auch in diesem Urteil aus dem Hohen norden. foto:©kaarsten/Shutterstock.com

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