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DDIV 01_2013

1 | 13 DDIVaktuell 29 unterschiedlich hoch. Das Ingenierbüro BHKW-Consult beziffert die Rendite für gro- ße Mehrfamilienhäuser mit 8 bis 15 Prozent. Um spätere Komplikationen zu vermeiden, sollte der Verwalter bereits im Vorfeld der Investition neben den Eigentümern auch die Mieter ausführlich informieren. Für die Belieferung mit Strom müssen Verträge mit den Mietern und Eigentümern geschlossen werden. In einer Wohnungseigentümerge- meinschaft in Stuttgart mit 148 Eigentümern weigerten sich 11 ältere Eigentümer aus Angst vor Versorgungsausfällen, den eigen- produzierten Strom abzunehmen. Solche Ängste sind zwar irrational, trotzdem sollten Verwalter sie ernst nehmen, weil dadurch das ganze Projekt in Gefahr geraten kann. Die Folge waren monatelange zähe Verhand- lungen mit dem Energieversorger über die Kosten von Stromleitungen und zusätzlichen Stromzählern. Die Kosten eines BHKW Bei der Anschaffung eines BHKW addie- ren sich zu den Kosten für die Anlage auch die nicht unerheblichen Kosten für die aufwendige Installation. Die Hydraulik des Heizungssystems muss umgebaut und die elektrische Hausverteilung angepasst wer- den. Je nach Anlage und örtlichen Gege- benheiten kommen noch weitere Arbeiten hinzu. Wichtig für die Kosten ist auch die Wahl des Brennstoffs, weil dadurch auch die Folgekosten stark beeinflusst werden. Die Wartungskosten und nicht zuletzt die Lebenserwartung des BHK werden da- durch maßgeblich mitbestimmt. Am ein- fachsten und günstigsten ist Erdgas. Hier gibt es verschiedene Anbieter, die War- tungskosten sind niedrig und die Anlage hält lange. Wenn die Wohnanlage keinen Gasanschluss hat, könnte Flüssiggas eine Alternative sein. Das erfordert zwar einen großen Tank und ist ein wenig teurer als Erdgas, jedoch kostet auch hier die War- tung wenig und die Lebenserwartung ist hoch. Auf Heizöl sollte man angesichts der mittelfristig zu erwartenden Preisentwick- lung verzichten. Auch der Bio-Brennstoff Palmöl ist nicht zu empfehlen. Zwar gibt es dafür eine Förderung nach dem Energie- Einspeise-Gesetz, aber die Lebenserwar- tung der Anlage sinkt drastisch und die Wartungskosten steigen. Je nach BHKW-Modell unterscheiden sich die Wartungskosten erheblich von de- nen einer normalen Heizung. BHKW mit einem Verbrennungsmotor müssen wie PKW regelmäßig gewartet werden – Öl- wechsel inklusive. Außerdem muss irgend- wann der Motor überholt werden, was ähnlich aufwendig ist wie beim PKW. Die Kosten hierfür sind vergleichsweise hoch. Die Lebensdauer der Motoren reicht von 40.000 bis 60.000 Nutzungsstunden. Teil- weise laufen Motoren mit einer Motorre- vision mehr als 80.000 Betriebsstunden. Je nach jährlicher Nutzungsdauer beträgt die Laufzeit 10 bis 20 Jahre. Ein BHKW mit Stirlingmotor braucht nur ungefähr so viel Wartung wie eine Brennwerttherme. Entsprechend sind auch die Kosten dafür Ebenso wichtig ist es für das Gelingen, dass Eigentümer und Mieter – auch in Einzelgesprächen von dem Projekt über- zeugt werden. Und dass kann in großen Wohnanlagen eine echte Kerneraufgabe sein. Hinzu kommen dann die steuerli- chen Probleme, denen wir uns in einem weiteren Artikel auf den Seiten 36 und 37 widmen. Die Kraft-Wärme-Kopplung eines BHKW erzeugt Wärme und Strom im eigenen Heizungskeller. Der große Vorteil eines BHKW liegt in seinem hohen Nutzungsgrad. Während bei herkömmlicher Erzeugung von Strom und Wärme mehr als 50 Prozrnt der Energie verpufft, sind es beim BHKW nur 10 Prozent. Die Liste der Erstattungen und För- derungen für effiziente Micro- und Mini-BHKW ist lang: > Vergütung für den eingespeisten Strom (vNNE) > KWK-Zuschlag in Höhe von 5,41 Cent pro Kilowattstunde > Erstattung der Energiesteuer (für Erdgas 0,55 Cent je Kilowatt- stunde, für Flüssiggas 6,06 Cent je Kilogramm und für Heizöl EL 6,135 Cent je Liter) > Seit April 2012 werden Mini- KWK-Anlagen vom Bundesum- weltministerium gefördert. Die Förderhöhe ist abhängig von der elektrischen Leistung und beträgt bis zu 3.500 Euro für ein Mini-BHKW mit 20 Kilowatt. > Die KfW fördert den Einsatz von BHKW als Einzelmaßnahme wahlweise mit günstigen Krediten oder einem einmaligen Zuschuss von 5 Prozent. gering. Mit einer Rendite zwi- schen 8 und 15 Prozent und einem Amortisa- tionszeitraum von drei bis sechs Jahren ist ein BHKW aus wirtschaft- licher Sicht reizvoll. Allerdings birgt das BHKW auch große Ri- siken. Deshalb muss im Vorfeld mit einem erfahrenen unabhän- gigen Ingenieur aus- giebig geplant werden.

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