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DDIV 01_2013

Gebäude & Technik 28 DDIVaktuell 01 | 13 Rechnet sich ein Blockheizkraftwerk? Steigende Heiz- und Stromkosten machen Blockheizkraftwerke (BHKW) für die Wohnungswirtschaft attraktiv. Tatsächlich kann sich ein richtig dimensioniertes und effizientes BHKW schnell amortisieren. Das allerdings steht und fällt mit einer guten Planung und Durchführung. Die BHKW-Technik boomt. Nach Angaben der Bundesregierung sind zwischen dem 1. April und dem 15. Juli 2012 rund 2100 Förderanträge für BHKW gestellt worden, zwei Drittel davon für Mehrfamilienhäuser und Wohnanlagen. Kein Wunder, denn schließlich ist die Tech- nologie ausgereift, politisch gefördert und liefert unschlagbar günstigen Strom. Die in der Wohnungswirtschaft eingesetzten BHKW sind meist mit Gas betriebene LKW- oder Stirlingmotoren, die Strom er- zeugen und Abwärme liefern, mit der sich ein Gebäude beheizen lässt. Dieses System heißt Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Mo- derne BHKW werden heute für praktisch alle Gebäudegrößen angeboten. Soge- nannte Mikro-BHKW liefern zwischen 2,5 und 15 KW elektrische Leistung und werden meist in Mehrfamilienhäusern und kleineren Gewerbebetrieben eingesetzt. Bis 50 KW elektrisch leisten Mini-BHKW, die in größeren Wohnanlagen und kleinen Nahwärmenetzen zum Einsatz kommen. Um wirtschaftlich zu arbeiten, müssen BHKW möglichst lange laufen – und dabei Strom produzieren. Je länger ein BHKW sinnvoll genutzte Wärme und Strom produ- zieren kann, desto schneller amortisiert sich die Anlage. Die BHKW sind wärmegeführt, das heißt, sie richten sich nach der Wärme- grundlast des jeweiligen Gebäudes. Wird keine Wärme gebraucht, läuft das BHKW nicht. Die thermische Leistung wird so be- messen, dass auch in Schwachlastzeiten die Wärme noch abgenommen werden kann. Um ein BHKW wirtschaftlich zu betreiben, sollte es 5.000 und mehr Stunden pro Jahr laufen. Weil das BHKW nur die Grundlast abdeckt, wird ein weiterer Kessel für die Lastspitzen benötigt. Oft wird dafür der be- reits bestehende Kessel weiter genutzt. Das große Plus des BHKW ist die Produkti- on von sehr günstigem Strom. In Deutsch- land liegt der durchschnittliche Strompreis für Haushalte laut Informationen des Branchenverbands BDEW bei 25,7 Cent pro Kilowattstunde. Erdgas als Brennstoff kostet hingegen nur etwa 4 Cent. Wird das Erdgas nun in Strom umgewandelt, spart man mehr als 20 Cent pro Kilowattstunde. So kann die Eigentümergemeinschaft den Verbrauchern in der Wohnanlage günsti- gen Strom liefern und immer noch guten Gewinn machen. Der günstig erzeugte Strom wird vorrangig selbst verbraucht. Wird mehr Strom produziert als in der Wohnanlage verbraucht, wird er beim Netzbetreiber (VNB) eingespeist. Der VNB ist nach § 4 KWKG verpflichtet, den eingespeisten Strom entsprechend zu ver- güten. Wenn das BHKW nicht in Betrieb ist, oder der Strombedarf bei Lastspitzen die Leistung des BHKW übersteigt, kauft man Strom von seinem Stromanbieter hinzu. Die Investition in ein BHKW amortisiert sich abhängig von den Gegebenheiten bei den meisten Anlagen nach drei bis sechs Jah- ren. Je nach den Einsatzbereichen für das Heizkraftwerk sind die Renditen für BHKW Leistung Zeit 100 % 8760 h Thermische Auslegunsleistung BHKW Auslegungsleistung Heizkessel Diese Fläche bezeichnet die durch das BHKW erzeugte Wärmemenge und sollte möglichst groß sein Das wärmegeführte BHKW steht unter dem Primat, dass möglichst wenig Wärme verloren gehen soll.

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