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DDIV 01_2013

1 | 13 DDIVaktuell 21 buchhalterische Kenntnisse hier oft über- fordert. es wird deshalb immer wichtiger, eigentümer und beiräte zu schulen und zu informieren, dafür arbeitet wohnen im eigentum. Aber hier ist auch der Verwalter ge- fordert. Von ihm erwarten eigentümer und beiräte Unterstützung bei ihren bemühungen, die Jahresabrechnung zu verstehen und zu kontrollieren. Keine Frage: Viele Verwalter erfüllen diese An- forderung. Aber die rechtsberatungen von wohnen im eigentum zeigen auch Defizite, Fehler und Unkenntnis. Sprechstunde zur Abrechnung gewünscht „Viele eigentümer wünschen sich für die Prüfung der Abrechnung Unterstützung – zum beispiel eine Sprechstunde der Verwaltung, bei der sie Fragen zur Jah- resabrechnung vor der eigentümerver- sammlung stellen können. Dann lassen sich Unklarheiten gleich aufklären“, be- richtet rechtsanwältin Sandra Weeger- elsner. Doch nicht alle – so eine häufige Klage – nehmen sich dafür die notwen- dige Zeit. Die Folge ist Unzufriedenheit bei den eigentümern. Die Anwältin rät Verwaltern, die eigentümer nicht mit den Zahlen allein zu lassen. „Das macht Auf- wand, aber letzten endes lassen sich so viele Konflikte frühzeitig abfangen.“ ein häufiger Kritikpunkt der eigentümer ist das Timing mancher Verwalter. „Sie übergeben die Jahresabrechnung zwei Tage vor der eigentümerversammlung“, sagt Sandra Weeger-elsner, „gut wären sechs bis sieben Wochen vorher.“ Denn die Prüfung brauche Zeit, und viele ei- gentümer seien beruflich gebunden. Oft werde die Abrechnung überhaupt zu spät im Jahr vorgelegt. Für wünschenswert hält die Anwältin das erste Quartal, wenn auch – etwa wegen Ableseterminen – nicht im- mer realisierbar. Auf jeden Fall muss die Terminierung es vermietenden eigentü- mern erlauben, ihre betriebskostenabrech- nung in der vom Mietrecht vorgegebenen Jahresfrist vorzulegen. Eigentümer möchten einen Vermögensstatus Vereinzelt gibt es Verwalter, die eine ef- fektive Kontrolle fast unmöglich machen. Sie verschicken zum beispiel einladungen zur eigentümerversammlung mit dem Tagesordnungspunkt „Abstimmung über die Jahresabrechnung“ – aber ohne die Jahresabrechnung beizufügen, berichtet rechtsanwältin Melanie balthun, lever- kusen. Oder der Verwalter lehnt die vor- herige belegeinsicht mit dem Hinweis ab, er bringe den Ordner zur Versammlung mit. ein Wunsch vieler eigentümer ist es, zusätzlich zur Jahresabrechnung einen Vermögensstatus zu bekommen, der zeigt, wo die WeG finanziell steht, sagt rechtsanwältin Weeger-elsner. Also eine Aufstellung der Salden der bankkonten, der Verbindlichkeiten und Außenstände, der Hausgeldrückstände der WeG. Das ist vom Gesetz noch nicht gefordert, aber bietet wichtige informationen auf einen blick. neben diesen Kritikpunkten, die sich un- ter dem Stichwort „schlechter Service“ zusammenfassen lassen, gibt es natürlich auch sachliche Fehler, besonders häu- fig zeigen sich in den rechtsberatungen etwa: > Falsche Übertragung von Zahlen oder Vertippen > Kostenverteilung nach einem vom Verwalter hausgemachten oder in der Software voreingestellten Schlüssel statt nach Gemeinschaftsordnung, be- schluss oder Gesetz > Fehlerhafte Abgrenzung bei Vorräten wie Pellets oder Heizöl > immer noch zahlreiche Verstöße ge- gen das Urteil des bundesgerichtshofs V Zr 44/09 von 2009 zur instandhal- tungsrücklage > Umsetzungsprobleme mit dem bGH- Urteil zur Heizkostenverteilung (V Zr 251/10) Korrekte Abrechnungen und vor allem die Unterstützung der eigentümer bei ihrer entschlüsselung und Kontrolle machen zwar Aufwand, aber es schützt auch den Verwalter vor Haftungsrisiken, wenn die Abrechnung am ende stimmt. Und mit zufriedenen eigentümern gibt es einfach weniger Konflikte. Gabriele Heinrich Auch wenn der Verwalter die Abrechnung nach allen Regeln der Kunst vorlegt, sind Wohnungseigentümer oft überfordert Viele Eigentümer wünschen sich zusätzlich einen Vermögensstatus, der zeigt, wo die WEG finanziell steht

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