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Bildungspraxis 02_2016

44 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 02/2016 DIE BERUFSAUSBILDER „ Im Interview NIKLAS CASPEREIT Nach dem Realschulabschluss an einer Integrationsschule besuchte Niklas Caspereit das Annedore-Leber-Berufsbil- dungswerk des Trägers Berufsbildungs- werk Berlin e.V.. In den letzten eineinhalb Jahren seiner Ausbildung arbeitete Caspereit bereits in einem Betrieb für Anlagenbau. Das Unternehmen ist so zufrieden mit seiner Arbeit, dass es ihm einen Arbeitsvertrag angeboten hat. Herr Caspereit, im Alter von sechs Jahren wurde bei Ihnen die ADHS festgestellt.Welchen Einfluss hat das auf Ihren Alltag? Niklas Caspereit: Ich bin einfach unkonzentriert. Wenn in der Schule der Lehrer vorne steht, langweilt mich das eher und ich gucke zum Beispiel aus dem Fenster oder mache etwas anderes. Das ist schon auffällig, aber je nach Person unterschiedlich ausge- prägt. Bei manchen merkt man das viel stärker als bei mir, bei anderen ist es kaum ausgeprägt. In der Ausbildung war das die größte Schwierigkeit, die ich zu meistern hatte: Ich musste mich sehr darauf konzentrieren, in der Schule aufzupassen und den Stoff wirklich mitzubekommen. Das war für mich eine Herausforderung, weil es wirklich viel Lernstoff ist – nicht nur Metall, sondern auch Elektronik, Pneumatik und Hydrau- lik. Man muss das alles behalten und am Ende eine große Prüfung schreiben. Das war schon ein großes Paket. Wie sind Sie damit umgegangen? Ich habe zum Beispiel zusammen mit Freunden den Stoff wiederholt und versucht, mich von den Ablenkun- gen in meinem Umfeld ein bisschen Der 22-jährige Niklas Caspereit hat seit seiner Kindheit die Aufmerksamkeitsstörung ADHS. Im Frühjahr hat er seine Ausbildung zum Mechatroniker erfolgreich abgeschlossen. Im Interview erklärt er, worauf es bei einer inklusiven beruflichen Bildung ankommt. Interview Johanna Böttges „Ausbilder sollten einfühlsam sein“ Auf der didacta 2015 nahm Niklas Caspereit als Teil eines Inklusionsteams an der Deutschen Meisterschaft für Mechatronik-Auszubildende teil. abzuschirmen. Und im Berufsbildungs- werk wurde der ganze Stoff nochmal wiederholt. Wenn man etwas nicht verstanden hatte oder es kleinere Unstimmigkeiten gab, konnte ich nachfragen. Man kann zu den Ausbil- dern hingehen und sagen: Ich hab das nicht verstanden, könnten Sie mir das nochmal erklären? Welche Erfahrungen haben Sie bei der Ausbildungssuche gemacht? Ich habe mich erst für eine Ausbil- dung zum Erzieher interessiert, aber dafür wird ein Realschulabschluss mit besseren Noten gefordert. Die Agentur für Arbeit hat mir dann angeboten, im Jeder Mensch versteht anders, manche brauchen halt eine längere oder kürzere Zeit, um die Dinge zu verstehen. Rahmen einer Berufsvorbereitung elf Monate lang in verschiedene Ausbil- dungsberufe hineinzuschnuppern. Das habe ich angenommen und kam so in das Annedore-Leber-Berufsbildungs- werk. Ich war dort in der Tischlerei, dem Metallbereich und zuletzt im Mechatronikbereich. Bei Mechatronik

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