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Bildungspraxis 02_2016

38 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 02/2016 INTERNATIONAL zahlreiche öffentliche Räume bieten, die alle als Lernräume dienen könnten und auch sollten. Interessanterweise haben mit München und Freiburg bisher nur zwei deutsche Städte den Austausch über die UNESCO gesucht. Und das obwohl es für eine Mitglied- schaft im Netzwerk Lernender Städte nicht mehr braucht als die Bereitschaft des Bürgermeisters, eine Bewerbung an die nationale UNESCO-Kommission zu schicken und die Pekinger Erklä- rung zum Aufbau Lernender Städte zu verabschieden. Den Begriff „Lernende Stadt“ dann mit Leben zu füllen, ist eine andere Sache. Als eine zentrale Herausforderung Wie können Reformen evaluiert werden? Auf der Konferenz stellte die Bertels- mann Stiftung ihre Bildungsmonito- ring-Instrumente vor. Ihr Fokus auf Transparenz und Vergleichbarkeit von Bildungssystemen und -land- schaften gibt Orientierung und weist auf zentrale Handlungsfelder hin. So bietet zum Beispiel der „KECK-Atlas“ für Kommunen einen Überblick über Bildung, Gesundheit und soziale Lage von Kindern in den verschiedenen Sozialräumen, beispielsweise auch über Angebot und Inanspruchnahme an frühkindlicher Bildung. Der „Ländermonitor Frühkindliche Bil- dungssysteme“ zeigt neben Indika- toren der Quantität der Bildungsteil- nahme auch Unterschiede in deren Qualität. Zum Beispiel indem er den Personalschlüssel für Kitas in den einzelnen Bundesländern ausweist. Der „Chancenspiegel“ beleuchtet wie leistungsstark und gerecht die 16 deutschen Schulsysteme sind. Dabei betrachtet er vier Dimensionen: Integrationskraft, Durchlässigkeit, Kompetenzförderung und Zertifi- katsvergabe. Der kürzlich erschie- nene deutsche „Weiterbildungsatlas“ konnte zwischen den 96 Regionen in Deutschland große Unterschiede in der Weiterbildungsteilnahme sowie im Weiterbildungsangebot aufzeigen. Bildungsexperten und -politiker aus 95 Ländern trafen sich im September auf der zweiten International Conference on Learning Cities. Hier zu sehen: Walter Hirche (Mitte), ehemaliger Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Martin Noack, Projektleiter „Weiterbildung für alle“ bei der Bertelsmann Stiftung sowie Silvia Montoya, Direktorin des UNESCO-Instituts für Statistik. LEARNING CITIES Das Konzept der „Learning Cities“ – lernende Städte – wurde vom UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen in Hamburg in den 1980er-Jah- ren entwickelt, um Heraus- forderungen wie kulturelle Diversität, ökologische Nachhaltigkeit und Inklusi- on in der Gesellschaft zu begegnen. Lernende Städte unterstützen ihre Bewohner dabei lebenslang zu ler- nen und fördern inklusives Lernen von der frühen bis zur höheren Bildung. Sie stärken und vereinfachen den Zugang zu Lernangeboten für Familien, für Erwerbs- tätige am Arbeitsplatz und für soziale Minderheiten. Bei allen Angeboten soll auf moderne Technologien und hohe Qualitätsstan- dards geachtet werden. Das „Global Network of Learning Cities“ vernetzt die über 1000 teilnehmenden Städte weltweit. Zu finden auf: ›› learningcities.uil. unesco.org nannte der französische Philosoph und Schriftsteller Gille Lipovetsky die „Ver- säulung der Bildungssysteme“ zu über- winden und somit ein anschlussfähiges kontinuierliches Lernen im Lebensver- lauf zu ermöglichen. Zentral hierfür sei die Vernetzung und Kooperation von Gewerkschaften, Arbeitgebern, Politi- kern und Lehrkräften aller Bildungsbe- reiche: von der frühkindlichen Bildung bis zur Erwachsenenbildung. Ein besonders gutes Beispiel für die Vernetzung dieser Akteure bietet Finnlands zweitgrößte Stadt Espoo, wie ihr stellvertretender Bürgermeister Sampo Suihko in seiner Präsentation anschaulich zeigen konnte. So bindet die Stadt auf ihrer „Espoo Collabora- tion Platform“ Bürger, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Kultur- und Sportanbieter sowie die Wirtschaft in ihr Stadtentwicklungsprojekt ein. Aus der Analyse von Espoo und den anderen elf Gewinnern des UNESCO Learning City Awards wurde schließ- lich eine Roadmap entwickelt, die einen ersten Orientierungspunkt für interessierte Verwaltungschefs bietet. Als ein besonders wichtiges Element dieser Roadmap nannte Jiantong Liu, stellvertretender Generaldirektor des chinesischen Bildungsministeriums, das Aufsetzen eines Monitoring- und Evaluationsprozesses. Foto: SeDU, CCBYSA

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