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Bildungspraxis 02_2016

28 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 02/2016   AUSBILDUNG ■ Technologie hilft Lernern Bildungsträger in Bayern setzen auf E-Learning, ­ um Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Text Vincent Hochhausen In der Kolping-Berufshilfe im ostbayerischen Tirschenreuth bereiten sich Erwachsene ohne Ausbildung, Berufsrückkehrer oder Umschüler auf den Arbeitsmarkt vor. Darunter 17 Flüchtlinge und Migran- ten, die derzeit am Projekt „IbPF plus“ (Individuelle berufliche Perspektiven für Flüchtlinge, Migranten und Teil- nehmer mit fehlenden berufsbezoge- nen Deutschkenntnissen) teilnehmen. Sie lernen am PC in betreuten Online- Kursen. Vermittelt werden ihnen dabei einerseits allgemeine Grundkenntnisse, vor allem in Mathematik. Andererseits können die Teilnehmer des E-Learning- Projekts Berufsfachmodule wählen, in denen die wichtigsten Inhalte der Rahmenlehrpläne verschiedener Berufe vermittelt werden. Je nach Interesse entscheiden sich die Flüchtlinge für ein Modul aus den Bereichen Metall, Elektronik, Lagerlogistik, Mechatronik oder aus dem kaufmännischen Bereich – genau jene Berufsgruppen, die in der Region am relevantesten sind. Inhalte werden auf vielen Wegen vermittelt Die E-Learning-Kurse des Anbieters „eCademy“ waren ursprünglich nicht primär für den Einsatz bei Geflüchteten entwickelt worden. Die didaktische Aufbereitung eignet sich aber gut für diese Zielgruppe: Die Inhalte werden auditiv, schriftlich und in visuellen Animationen vermittelt. Ein großer Vorteil, findet Robert Kreuzer, Lei- ter der Erwachsenenbildung bei der Kolping-Berufshilfe. „So bleibt der Stoff besser hängen, vor allem weil den Teilnehmern ja noch die berufsspe- zifischen Deutschkenntnisse fehlen“, sagt er. Ähnliche Erfahrungen machte auch Susanne Mauser-Kick von den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft gGmbH, die die Software ebenfalls zur berufli- chen Weiterbildung von Flüchtlingen einsetzen: „Besonders die berufsspezi- fische Ausrichtung ist für die Zielgrup- pe der Flüchtlinge interessant.“ In Tirschenreuth ist man bislang zufrieden. „Die Lernergebnisse der ersten Gruppe, die den Kurs durchlau- fen hat, sind genauso gut wie die der einheimischen Lerner“, sagt Robert Kreuzer. Die Flüchtlinge brauchen aber länger für ihren Kurs. Von an- fangs drei Monaten wurden die Kurse nun auf sechs Monate verlängert. Eine Herausforderung ist die Verschieden- heit der Teilnehmer. Nicht nur was die Herkunft angeht – von Äthiopien über Syrien bis Aserbaidschan– son- dern auch bei den Vorkenntnissen. Im Kurs sitzen Teilnehmer mit geringer Schulbildung neben solchen, die in ihren Heimatländern studiert haben. Der einzige Ukrainer im Kurs ist sogar Arzt. Am Ende bekommen die Teil- nehmer ein Zertifikat für ihre Bewer- bungen, bei denen die Berufshilfe sie unterstützt. Dass die Vermittlung von Berufskompetenzen per E-Learning Früchte trägt, zeigen die ersten Ab- solventen: Drei der neun Teilnehmer haben bereits Arbeit gefunden, und auch bei den anderen sieht Kreuzer gute Jobperspektiven. Foto: © Monkey Business Images / Shutterstock.com In den E-Learning Modulen wird das gerade Erlernte immer wieder in Multiple-Choice-Tests abgefragt.

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