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Bildungspraxis 02_2016

26 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 02/2016 AUSBILDUNG Aufgabenstellungen systematisch durch den Lernprozess geführt und von Toptrainern, Mental-Coaches und Sportwis- senschaftlern begleitet. Dabei können gezielt Fragen gestellt und unklare Punkte diskutiert werden, etwa zu Spieltaktik oder Führungstheorie. Ziel ist, dass alle angehenden Trainer ideal vorbereitet in die beiden jährlichen Workshop-Wochen gehen. Durch das so erarbeitete Vorwissen kann in diesen Präsenzphasen intensiver gearbeitet werden. Nach der Präsenzwoche kehren die Trainer in ihre Vereine zurück, um dort das neu erworbene Wissen in der Praxis anzuwenden. Zehn Wochen lang arbeiten die Trainertalente dann in der Praxis an zwei selbst gewählten Themenschwerpunkten und verknüpfen so die Ergebnisse aus der Präsenzwoche mit der konkreten Arbeit in den Vereinen. Videos als Lernanlass Um aktives, selbstgesteuertes und soziales Lernen zu fördern, steht bei den Aufgaben in den Online-Phasen im Vorder- grund, dass sie konkret im Berufsleben umgesetzt werden können. So besteht etwa eine Aufgabe zur Trainingsnachbe- reitung nicht nur darin, einen Feedbackbogen zu erstellen, sondern auch, ihn tatsächlich von den eigenen Spielern ausfüllen zu lassen. Wenn die Trainer aufgefordert sind, mit ihren Spielern zum Beispiel an der Wurftechnik zu arbeiten, zeichnen sie dies auf, damit das Ergebnis in der Gruppe online analysiert werden kann. Dieser Ansatz des „Social Video Learning“ nimmt in den Online-Lernphasen einen hohen Stellenwert ein. Es baut auf der bereits etablierten Videoarbeit im Sport auf und erweitert diese durch drei Komponenten: (a) die eigenverantwortliche Erstellung der Videos, (b) der Einbezug des Internets und (c) situationsgenaue Videokommentare und deren Diskussi- on. Die Kombination dieser drei Komponenten unterstützt das oben skizzierte konstruktivistische Lernen: Die Trainer- talente fangen Schlüsselsituationen per Video ein – das kann das eigene Training im Verein, aber auch persönliche Refle- xionen von Zuhause sein. Durch Videokommentare setzen sie selber Reflexionsschwerpunkte. Sie diskutieren diese Ge- danken im Video mit anderen Trainertalenten und gewinnen dadurch einen eigenen, begründeten Standpunkt. Diese neue Arbeit mit Videos ist vor allem didaktisch motiviert: Es geht nicht mehr nur darum, Videos zu rezipieren, sondern durch die Kommentierung von eigenen Videos sich aktiv und inten- siv mit den aufgezeichneten Situationen auseinanderzusetzen und die eigenen Interpretationen mit anderen zu diskutieren. Aus einer Einbahnstraße wird so ein Dialograum – denn jeder hat einen anderen Blick auf bestimmte Trainingssituati- onen (siehe Abbildung). Austausch in der Community Innerhalb ihrer Kleingruppen arbeiten die Teilnehmer an fachlichen und überfachlichen Aufgaben. Neben klassischen Inhalten aus Trainingswissenschaft, Sport- medizin, Spiel- und Taktikschulung wird großer Wert auf die Thematisierung von Inhalten gelegt, die über reines Basketballwissen hinausgehen: Etwa Sportpsychologie, Wissensmanagement oder Erkenntnisse aus der Talent- und Expertiseforschung. Am Ende geht es nämlich nicht darum, die Fachexpertise zu maximieren. Vielmehr sollen Trainerper- sönlichkeiten gebildet werden, die in der Lage sind, Antworten auf die komplexen Fragen ihres Arbeitsumfeldes zu finden, etwa: Wie sichte ich Talente? Wie arbeite ich mit Schulen in meiner Region zusammen? Und ganz grundsätzlich: Die Teilnehmer zeichnen bestimmte Trainingseinheiten oder Übungen per Video auf und laden sie auf die Lern- plattform hoch. Jede Szene des Videos kann markiert und kommentiert werden. Daraus entwickeln sich Diskussionen. In den Praxisphasen, die jedes Jahr im Januar und August statt- finden, werden die Inhalte aus den Online-Lernphasen vertieft. Es geht nicht mehr nur darum, Videos zu rezipieren, sondern sich aktiv und intensiv mit den aufgezeichneten Situationen auseinanderzusetzen. Fotos: BBL

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