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Bildungspraxis 02_2016

18 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 02/2016   AUSBILDUNG 2 4 3 2. Eigenständigkeit Ein modernes Ausbildungskonzept sollte die Eigen- ständigkeit der Jugendlichen fördern. Das geht zum Beispiel mit Projekten, die Auszubildende von Anfang bis Ende selbst durchführen – bis hin zu einer Juniorenfirma. Hier sind ausschließlich Aus- zubildende für eine Filiale, eine Abteilung oder ein bestimmtes Thema zuständig. Überlegen Sie, welches Thema in Ihrem Unternehmen für eine solche Juni- orenfirma geeignet ist: Bestellung von Büromaterial, Messeorganisation, Reparatur von Ersatzteilen, Füh- ren einer Filiale oder eines Lagers. Damit lernen die Azubis eigenverantwortliches Arbeiten unter realen Bedingungen. Und wenn diese mit ihrer Firma auch noch Umsatz erwirtschaften und für eine höhere Kundenzufriedenheit sorgen, steigt die Motivation – nicht nur bei den Auszubildenden. Eine andere Möglichkeit ist, Auszubildenden die Planung ihrer Einsätze in den Praxisabteilungen an- zuvertrauen, damit diese sich ihre nächsten Statio- nen nach vorgegebenen Rahmenbedingungen selbst organisieren. Und grundsätzlich spricht nichts dage- gen, wenn die Auszubildenden in den Fachabteilun- gen den nächsten Azubi selbst einarbeiten oder die Betreuung eines Praktikanten übernehmen. 3. Kompetenzorientierung Welche Kompetenzen haben die Auszubildenden in der Ausbildung, in den einzelnen Abteilungen oder in Projekten erworben? Hierauf wird manch- mal noch zu wenig Aufmerksamkeit gelegt. Dabei motiviert es ungemein, zu wissen, welche neuen Fähigkeiten man erarbeitet hat und wo noch Nach- holbedarf ist. Ausbildungsnachweise, die neben den Tätigkeiten auch die Kompetenzen erfassen, sind hierzu ein gutes Mittel. Eine weitere Möglichkeit ist ein Kompetenztagebuch, in dem der Auszubildende täglich einträgt, welche Kompetenzen er am jeweiligen Tag erworben hat. Der Ausbilder sollte dies mit dem Azubi wöchent- lich besprechen und ihn zu Beginn unterstützen: Bei jeder neuen Aufgabe muss kommuniziert oder gemeinsam erarbeitet werden, welchen Sinn diese Aufgabe hat und welche Kompetenzen sie schult. Denn je mehr wir den Sinn und Nutzen in einer Aufgabe erkennen, desto motivierter sind wir. Kompetenzorientierung bedeutet auch, schon vorhandene Kompetenzen der Auszubildenden zu nutzen, zum Beispiel im Bereich der neuen Medien. Ob Sie gleich alle Auszubildenden mit einem Tablet ausstatten oder zum Beispiel die Nutzung der Ausbil- dungspläne per App auf dem Smartphone ermöglichen, ist Ihnen überlassen. 4. Mitgestaltung Azubis sollten sich in ihrer Ausbildung einbringen können. Grundvoraussetzung dafür ist, dass ihre Meinun- gen und Ideen ernst genom- men und gegebenenfalls auch umgesetzt werden. Das geht nur, wenn alle Beteiligten gegenüber diesen Ideen offen sind – Ausbilder, ausbilden- de Fachkräfte bis hin zum Geschäftsführer. Veranstalten Sie Workshops zur Qualität der betrieblichen Ausbildung im Unternehmen, in denen Foto: © bikeriderlondon / Shutterstock.com Grundvoraussetzung ist, dass die Ideen der Azubis ernst genommen und gegebenenfalls auch umgesetzt werden. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, wenn die Auszubildenden in den Fachabteilungen den nächsten Azubi selbst einarbeiten oder die Betreuung eines Praktikanten übernehmen. Azubis können in einer Juniorenfirma bestimmte Arbeitsbereiche selbst managen und dabei wichtige Kompetenzen erwerben.

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